Traditioneller Ayurveda und alternative Heilweisen

Acacia catechu: syn: Acacia catechu, Areca catechu, Mimosa cate-chuoides. Bālapatra, syn: Khadira, Pūga, Gāyathrī, Cachou- Akazie, Betelakazie. Verwendung findet der aus dem Kernholz gewonnene Extrakt dieses neun bis 12 Meter hohen Baumes mit seiner graubraunenrauen Rinde und dornenbewehrten Ästen und Zweigen. Er wächst entlang der Westküste Indiens, Andhra Pradesh, Bihar, dem Punjab und im Himalaja bis etwa 1500 Meter Höhe.

Der Extrakt ist nahezu geruchlos, säuerlich, bitter, erwärmend, verdauungsfördernd, appetitanregend, wundheilend, anregend. Er harmonisiert Kapha und Vāta, ist schleimlösend und lindert Blähungen. Im Ayurveda benutzt man die Lösung des getrockneten Extrakts als Gurgelwasser bei Irritationen der Mundschleimhaut und verletztem Zahnfleisch, als Wurmmittel, bei Geschwüren und nässenden Hauterkrankungen und zur Pinselung bei Zahnfleischbluten und blutenden Hämorrhoiden. Catechu ist ein hervorragendes, weil nicht aggressives adstringerendes Mittel zur Behandlung von Durchfallerkrankungen. Die Gerbstoffe haben eine ausgeprägte antibiotische Wirkung. In China wird der Akazienextrakt bei schwer heilbaren Geschwüren, Hautkrankheiten mit nässenden Wunden und bei blutenden Geschwüren im Mundbereich angewendet. Im Ayurveda dienen zudem die Zweige der Akazie zur Reinigung der Zähne. Catechu löst sich teilweise in kaltem und gänzlich in siedendem Wasser. Es enthält Flavanoide  mit (+ und -) Catechinen (bis ca. 12%) sowie (+ und-) Epicatechin. Außerdem (wie die Eichenrinde, jedoch dreimal so viel) kondensierte Catechingerbstoffe. Zudem enthält es Quercitrin, Quercetin und Fisetin. Somit ist seine gute adstringierende und antiseptische  Wirkung erklärt. Es ist ein gutes Mittel bei chronischen Katarrhen der Schleimhäute und beginnender Mandelentzündung. Um eine nahezu grenzenlose Aufbewahrung  (trocken) zu erhalten, nimmt man eine kleine Menge und löst diese in der 20fachen Menge kochenden Wassers auf, um eine Tinktur zu erhalten. Diese Tinktur trägt man mit einem Pinselchen auf oder gibt 25 Tropfen in ein Trinkglas zur Mundspülung. Ein paar Tropfen davon in das tägliche Trinkwasser fördern den Appetit und die Verdauung. Ein durch Galle gereizter Magen erfährt dadurch Beruhigung. Ein kleines Stück Catechu, das man in Öl getaucht hat, gibt man in die Schleimhauttasche zwischen Lippe und Zahnfleisch bei Heiserkeit und Halsentzündung. Nach Angaben der Kommission E sind für die Gerberakazie keine Risiken bekannt. Gerbstoffe können in hoher Dosierung jedoch Magen-Darmstörungen und beim Auftragen auf offene Wunden oder Brandwunden Leberschäden hervorrufen. Dosierung: Den getrockneten Extrakt (BHP 83): dreimal täglich 0,1 bis 1,5 g oral einnehmen, Einnahme als Einzeldosis bis zu 0,5 g. Tinctura Catechu (eingedickter Extrakt; DAB6) innerlich: zur Einnahme als Einzeldosis: 2,5 g. Tinctura Catechu verwendet man für Mundspülungen und Schleimhautpinselungen unverdünnt.